Proktologie und Laserproktologie

  • Als Hämorrhoiden bezeichnet man eine Vergrößerung des Gefäßpolsters, welches sich direkt oberhalb des Analkanals im After befindet. Im Normalzustand dient dieses Gefäßpolster der Abdichtung des Afters gegen den unwillkürlichen Austritt von Flüssigkeit und Schleim. Eine Vergrößerung dieses Polsters kann zur Störung der Abdichtungsfunktion, der sog. „Feinkontinenz“, führen. Als Folge verspürt man Brennen und Juckreiz. Hämorrhoiden können durch mechanische Quetschung einreißen und bluten, ferner kann es zur sog. „Thrombosierung“, also Bildung von (beizeiten sehr schmerzhaften) Gerinnseln, kommen. Wenn Hämorrhoiden Beschwerden verursachen, spricht man vom Hämorrhoidalleiden; dieses ist behandlungsbedürftig, eine Operation ist aber nicht immer notwendig. In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden langfristig auch ohne eine Operation lindern. In unserer Praxis werden alle Behandlungsoptionen für Hämorrhoiden angeboten, inklusive der sehr schmerzarmen und schonenden Behandlung mit einem Laser (sog. Laser-Hämorrhoidoplastie).
    • Bitte beachten Sie: Das Hämorrhoidalleiden stellt zwar eine häufige Erkrankung dar, jedoch können viele andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen. Der erste Gang sollte nicht in die Apotheke führen, wo man eine „Hämorrhoidensalbe“ bekommt; vor der Behandlung sollte immer erst die tatsächliche Ursache der Beschwerden festgestellt werden! In unserer Praxis können Sie schnell einen Termin vereinbaren; für akute starke Beschwerden gibt es täglich eine Notfallsprechstunde. Lassen Sie sich untersuchen und beraten.
  • Am Rand des Afters verlaufen unter der Haut kleine Venen. Diese können, meist verursacht durch mechanische Irritation bei der Entleerung sehr festen Stuhls, Gerinnsel ausbilden. Die Vene schwillt dann stark an, und durch die Spannung und die begleitende Entzündung kommt es zu Schmerzen. Diese Erkrankung wird häufig als „äußere Hämorrhoide“ bezeichnet; diese irreführende Bezeichnung stammt aus dem englischen Sprachraum und ist veraltet und nicht korrekt, denn die Analvenen haben mit Hämorrhoiden nichts zu tun. In den meisten Fällen lässt sich diese Erkrankung gut konservativ behandeln. Lassen Sie sich untersuchen und beraten.
  • Als Analfisteln bezeichnet man krankhafte Verbindungsgänge zwischen dem After und der umliegenden Haut; in seltenen Fällen können diese Gänge bei Frauen eine Verbindung zwischen dem After und der Scheide schaffen. Diese Gänge heilen nicht ab, verursachen anhaltende Beschwerden und sollten von einem Spezialisten behandelt werden. In unserer Praxis werden alle Behandlungsoptionen der Analfisteln inklusive der schmerzarmen und schonenden Behandlung mit einem Laser (sog. FiLaC-Operation) angeboten.
  • Inkontinenz, sowohl für Stuhl als auch für Urin, ist insbesondere für Frauen ein häufiges Problem. Die Inkontinenz zerstört wie kaum eine andere Erkrankung die Lebensqualität; Betroffene gehen nicht mehr aus dem Haus, und wenn doch, dann sind sie, statt das Leben zu genießen, dauernd damit beschäftigt, die nächstgelegene Toilette zu suchen. Die Betroffenen schämen sich und sprechen diese Probleme nicht gerne an; leider werden diese Beschwerden häufig in Ihrer Bedeutung heruntergespielt und als eine unvermeidliche Begleiterscheinung des Alterns dargestellt. Dies ist falsch! Inkontinenzbeschwerden lassen sich meist gut behandeln, und viele Betroffene können dauerhaft kontinent sein. Lassen Sie sich die Lebensqualität nicht nehmen; lassen Sie sich untersuchen und beraten.
  • Bei der Beckenbodenschwäche, an der Frauen ca. 10-fach häufiger leiden, senken sich einzelne oder alle Kompartimente des kleinen Beckens. Die daraus entstehenden Beschwerden können sehr vielfältig sein; besonders häufig kommt es zu einer Stuhlentleerungsstörung, aber auch Inkontinenz, Schmerzen und Druck im Becken, eine Senkung der Gebärmutter und der Scheide sowie der Harnblase kommen häufig vor. Da die Beschwerden recht unspezifisch sind und übliche Untersuchungen (Ultraschall, CT, MRT, Darmspiegelung, Labor) meist keine Auffälligkeiten zeigen, werden die Beschwerden häufig als „Reizdarm“ o.ä. interpretiert. Die Patientinnen leiden oft jahrelang, bis sie sich bei einem Beckenbodenspezialisten vorstellen. Wenn Sie unklare Beschwerden in Bezug auf Ihren Stuhlgang haben, kommen Sie in unsere Sprechstunde und lassen Sie sich untersuchen und beraten.
  • Bei dieser häufigen Erkrankung entstehen in der Pofalte (Rima ani), von der Haut ausgehend, Gänge im Unterhautgewebe (Fisteln), welche zu Entzündung und eitrigen Verhalten (Abszess) führen können. Es gibt zahlreiche Hypothesen, wie und aus welchen Gründen diese Fisteln entstehen, jedoch ist bis heute die Ursache nicht sicher bekannt. Es existiert keine nachgewiesenermaßen wirksame konservative Therapie; alle Fisteln müssen chirurgisch behandelt werden. In unserer Praxis werden sämtliche Verfahren zur Behandlung des Sinus pilonidalis, inklusive der schmerzarmen und schonenden Lasertherapie (sog. SiLaC-Operation) in Kombination mit der „pit-picking“-Methode angeboten.
  • Condylomata acuminata, sog. „Feigwarzen“, entstehen durch eine Infektion der Hautzellen mit HPV (humanes Papillomvirus). HPV ist u.a. für die meisten Gebärmutterhalstumoren verantwortlich; es handelt sich also um eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, da die kleinen Warzen unbehandelt zu bösartigen Tumoren („Krebs“) wachsen können. Im Frühstadium ist meist eine sehr schonende und schmerzarme Abtragung problemlos möglich. Bitte lassen Sie sich bei unklaren Warzen am After untersuchen und beraten.
    • Bitte beachten Sie: Auch nach einer erfolgreichen Behandlung besteht die Infektion weiter. Die Sexualpartner sollten sich ebenfalls untersuchen lassen; Frauen sollten nicht nur einen Proktologen, sondern auch einen Gynäkologen aufsuchen. Nach der Behandlung ist es sehr empfehlenswert, sich halbjährlich vorsorglich untersuchen zu lassen, um evtl. neue Warzen so schnell wie möglich zu behandeln. Eine HPV-Impfung ist auch für Infizierte sinnvoll (auch für Männer), und wird mittlerweile von den Krankenkassen übernommen!

UNSER ARZT

ANDRE SEREBRENNIKOV, MD
ANDRE SEREBRENNIKOV, MDFacharzt für Viszerale und Allgemeine Chirurgie Roboterassistierte minimalinvasive Hernienchirurgie Proktologie · Ärztliches Qualitätsmanagement
Staatsexamen (deutsches und US-amerikanisches) 2007+2008
Facharzt für Allgemeine Chirurgie 2015
Facharzt für Viszeralchirurgie 2019
Zusatzbezeichnung Proktologie 2017
Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement 2018
Leitender Oberarzt Koloproktologie und Hernienchirurgie, Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD) Wiesbaden 2018-2021
Seit 01.01.2022 niedergelassen in Wiesbaden-Biebrich

Weitere Schwerpunkte: Robotisch assistierte, laparoskopische und konventionelle Hernienchirurgie, Proktologie, Laserproktologie, ACNES-Therapie