Robotisch assistierte Hernienchirurgie

Warum Roboter?

Als erster niedergelassener Chirurg biete ich Operationen der Bauchwandbrüche mit dem Roboter an. Durch die überlegene Präzision und hochauflösende 3D-Sicht des Roboters können bereits bekannte Operationstechniken wesentlich genauer durchgeführt werden; außerdem können neue, wesentlich schonendere und komplikationsarme Techniken verwendet werden, die mit anderen Operationstechniken unerreichbar sind. Robotisch assistierte Operationen sind in Krankenhäusern in vielen Bereich bereits zum neuen Standard aufgestiegen (z.B. Operationen bei Prostatakrebs); Bauchwandbrüche, insbesondere Leistenbrüche, werden in Krankenhäusern jedoch robotisch nur sehr selten operiert, so dass Bruchpatienten bislang kaum Zugang zu dieser Zukunftstechnologie hatten.

Werde ich dann vom Roboter operiert?

Nein, auf keinen Fall! Der Begriff „Roboter“ ist in diesem Zusammenhang leider irreführend. Beim „Operationsroboter“ handelt es sich im Grunde nur um ein System ferngesteuerter Instrumente; die gesamte Steuerung führt bis ins kleinste Detail der Chirurg durch.

Warum sollte ich mich für die robotisch assistierte Operation entscheiden?

Bei Operationen der Bauchwandbrüche gibt es zwei Hauptkomplikationen: chronische Nervenschmerzen und Rezidive (Wiederkehr des Bruchs). Durch die überlegene Präzision des Roboters ist es möglich, das Gewebe sehr genau zu trennen, so dass Nerven sehr sicher geschont werden; ferner kann man ohne Nachteile größere Netze verwenden und die Netze fixieren, wodurch eine Wiederkehr des Bruchs möglichst sicher vermieden werden kann.

Kommen Sie in meine Praxis und lassen Sie sich in aller Ruhe und mit viel Zeit untersuchen und beraten.

  • Hernien, oder Gewebebrüche, sind pathologische Vorwölbungen der inneren Bauchwandschicht (Peritoneum) durch Schwachstellen der Bauchwand. Am häufigsten treten Brüche im Bereich der Leiste sowie der Mittellinie der Bauchwand auf; ferner treten bei bis zu 30% der Narben nach verschiedenen Operationen sog. Narbenbrüche auf. Ein bestehender Bruch heilt nicht spontan ab; mit der Zeit neigen Brüche dazu, größer zu werden. Typische Beschwerden entstehen durch das Hineinrutschen von Eingeweiden (insbesondere Darmschlingen) in den Bruch; dies führt zu krampfartigen oder ziehenden Schmerzen, Übelkeit und Stuhlgangveränderungen. Gelegentlich kommt es zur Einklemmung von Darmschlingen im Bruchsack; in einem solchen Fall wird die Blutversorgung des Darms gestört, und es muss meist eine Notfalloperation durchgeführt werden, da sonst ein Absterben der Darmschlingen droht.
  • Leisten- und Schenkelbruch. Nach aktuellen Daten bekommen ca. 27% aller Männer und ca. 3% aller Frauen einen Bruch im Bereich der Leiste; man kann also durchaus von einer Volkskrankheit sprechen. Die wesentlichen Ursachen liegen in der genetisch bedingten Beschaffenheit des Bindegewebes und anatomischen Besonderheiten dieser Körperregion; vermeintliche Ursachen für die Entstehung der Leisten- und Schenkelbrüche wie häufiges Husten, schwere körperliche Arbeit etc. können allenfalls die Entstehung eines Bruchs begünstigen.
  • Oberbauchbruch (epigastrische Hernie). Bei Oberbauchbrüchen, oder epigastrischen Hernien, handelt es sich um Brüche im Bereich der Mittellinie zwischen der Spitze des Brustbeins und dem Bauchnabel.
  • Nabelbruch. Der Nabelbruch stellt eine Besonderheit unter den Bauchwandbrüchen dar, denn es handelt sich meist um einen ausgebliebenen Verschluss der Lücke, durch die beim Kind im Mutterleib Gefäße des Mutterkuchens (Plazenta) eintreten. Da die Bruchlücke meist durch Fettgewebe ausgefüllt ist und somit der Darm nicht hineingleiten kann, ist das Einklemmungsrisiko eines kleinen (<1 cm) Nabelbruchs sehr gering, und rechtfertigt meist keine Operation. Bei einem Nabelbruch wird, im Gegensatz zu allen anderen Brucharten, eine Operation nur empfohlen, wenn der Bruch Beschwerden verursacht oder an Größe zunimmt.
  • Narbenbruch. Narbenbrüche treten im Bereich von Operations- oder Verletzungsnarben auf. Die chirurgischen Nahttechniken der Bauchwand wurden in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert; dennoch können Narbenbrüche auftreten, da eine Narbe grundsätzlich eine Schwachstelle der Bauchwand darstellt.Daneben gibt es eine Reihe weiterer Brüche, insbesondere solche, die an inneren Schwachstellen auftreten. Die häufigste Art eines inneren Bruches stellt der Zwerchfellbruch im Bereich des Durchtrittes der Speiseröhre dar.

Es gibt mehrere Gründe:

  • Ein Bruch heilt nicht spontan. (Gelegentlich berichten Menschen davon, durch eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht sowie Sport einen Bruch „geheilt“ zu haben. Hierbei handelt es sich um eine nur vermeintliche Heilung. Insbesondere bei Leistenbrüchen sind es häufig vergrößerte Fettkörper und den Samenstrang des Mannes, welche in den Leistenkanal gleiten und eine Vorwölbung mit Beschwerden verursachen. Logischerweise kann ein solcher „Bruch“ durch Gewichtsverlust „geheilt“ werden; dies betrifft jedoch nur eine kleine Minderheit der Bruchpatienten). Eine abwartende Haltung ist nur für ältere multimorbide Patienten sinnvoll, die keine oder nur geringfügige Beschwerden haben.
  • Brüche neigen mit der Zeit dazu, größer zu werden. Je größer eine Bruchlücke ist, desto schwieriger ist der Verschluss, und desto höher liegt die Komplikationsrate bei Operationen.
  • Eine Darmeinklemmung kommt zwar zum Glück nicht häufig vor; wann und wo sie passiert, kann man sich jedoch nicht aussuchen. Da es sich um einen Notfall handelt, kann man meist nicht auswählen, von welchem Arzt, zu welcher Zeit und mit welcher Operationstechnik man behandelt wird; diese Faktoren bedingen eine deutlich höhere Rate an kurz- und langfristigen Komplikationen. Mit einer geplanten Operation unter bestmöglichen Bedingungen ist man besser bedient.
  • Auch wenn Notfälle nicht häufig vorkommen, beeinträchtigen Bauchwandbrüche die Lebensqualität. Ohne eine Operation kann eine solche Beeinträchtigung der Lebensqualität nur selten verbessert werden. Bruchbänder gehören ins Museum!
  • Operationen der Bauchwandbrüche sind, sofern sie von einem Spezialisten durchgeführt werden, gut standardisierte Eingriffe mit sehr geringer Komplikationsrate und guten Langzeitergebnissen.

UNSER ARZT

ANDRE SEREBRENNIKOV, MD
ANDRE SEREBRENNIKOV, MDFacharzt für Viszerale und Allgemeine Chirurgie Roboterassistierte minimalinvasive Hernienchirurgie Proktologie · Ärztliches Qualitätsmanagement
Staatsexamen (deutsches und US-amerikanisches) 2007+2008
Facharzt für Allgemeine Chirurgie 2015
Facharzt für Viszeralchirurgie 2019
Zusatzbezeichnung Proktologie 2017
Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement 2018
Leitender Oberarzt Koloproktologie und Hernienchirurgie, Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD) Wiesbaden 2018-2021
Seit 01.01.2022 niedergelassen in Wiesbaden-Biebrich

Weitere Schwerpunkte: Robotisch assistierte, laparoskopische und konventionelle Hernienchirurgie, Proktologie, Laserproktologie, ACNES-Therapie